Brochüre
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Betrachtungen bezüglich Netz-
oberwellen bei HLK-Anwendungen
■ Auswirkungen von Netzoberwellen
auf den Zuleitungsstrom
Ein Merkmal des 6-Pulsdiodengleichrich-
ters ist, dass der vom AC-Netz bezogene
Strom nicht linear ist, das heißt die Wel-
lenform des Stroms ist nicht mehr sinus-
förmig. Der Grund dafür ist der, dass die
Gleichrichterdioden nur dann Strom
leiten können, wenn die momentane
Eingangsspannung höher ist als die
DC-Zwischenkreisspannung. Da diese
Zwischenkreisspannung auf hohem
Niveau gehalten wird und durch die Wir-
kung des DC-Zwischenkreiskondensators
fast konstant ist, leiten die Dioden nur in
der Nähe des Maximalwerts der Ein-
gangsspannungswelle Strom. Dies führt
zu einer schmalen Leitungsstromkurve
und zu Stromimpulsen großer Amplitude,
die die DC-Zwischenkreiskondensatoren
periodisch aufladen. Der resultierende
AC-Leitungsstrom, der ins Speise netz
gelangt, hat einen hohen Anteil Ober-
wellenstrom. An der Eingangsklemme
eines Standard-Frequenzumrichters kann
der Oberwellenstrom 120 % bis 130 %
der Total Harmonic Distortion (THD)
betragen. Das Diagramm mit der Strom-
wellenform zeigt die Auswirkungen der
Netzoberwellen auf die normale Wellen-
form.
■ Allgemeine aus Netzoberwellen
resultierende Probleme
In einer Anlage können Netzoberwellen
zu einer ganzen Reihe von Problemen
führen. Sie können eine zusätzliche
Erwärmung des Motors hervorrufen,
ebenso höhere RMS-Ströme über ange-
schlossene Transformatoren oder andere
NetzSpeiseeinrichtungen. Empfindliche
Einrichtungen wie Instrumente, Compu-
ter und Kommunikationssysteme können
ausfallen oder durch Spannungsverzer-
rungen sogar beschädigt werden. Nebst
Geräteausfällen oder mangelhaftem
Funktionieren, können Netzoberwellen
zusätzliche Kosten verursachen, indem
Transformatoren zu gross bemessen
werden da sie für eine falsche Leistung
berechnet wurden.








